Kaum eine Pflanze ist so weit verbreitet und so leicht zu übersehen: Schwarzer Holunder steht an Waldrändern, Bahndämmen und in Hinterhöfen. Er liefert zwei getrennte Ernten pro Jahr, mit rund drei Monaten Abstand.
Die Blüten stehen von Mai bis Juni in flachen, cremeweißen Dolden. Geerntet wird an einem trockenen, sonnigen Tag, wenn die Dolde voll geöffnet ist und intensiv duftet.
Die Beeren reifen von August bis September und hängen dann tiefschwarz und glänzend an auffällig rot gefärbten Stielen. Die ganze Dolde sollte durchgefärbt sein: einzelne grüne oder rote Beeren zeigen an, dass der Bestand noch nicht so weit ist.
Schwarzer Holunder ist ein großer Strauch oder kleiner Baum mit gefiederten Blättern aus meist fünf bis sieben Fiederblättchen. Die jungen Zweige haben ein weiches, weißes Mark im Inneren, ein gutes Bestimmungsmerkmal.
Die Beerendolden hängen bei Reife nach unten. Dieses Detail unterscheidet ihn von seinem gefährlichen Doppelgänger.
Rohe Holunderbeeren enthalten Sambunigrin und lösen bei vielen Menschen Übelkeit und Erbrechen aus. Übliche Praxis ist deshalb, die Beeren vor der Verwendung durchzuerhitzen.
Auch die Stiele und Blätter bleiben außen vor: Sie enthalten den Stoff in höherer Konzentration.
Giftig, und die wichtigste Verwechslung. Eine krautige Staude statt eines Strauchs, wird nur ein bis zwei Meter hoch, kein verholzter Stamm. Die Beerendolden stehen aufrecht statt hängend, und die Pflanze riecht unangenehm.
Rote Beeren in eiförmigen statt flachen Dolden, wächst eher in höheren Lagen. Die Kerne gelten als problematisch.
Der aufrechte Doldenstand des Zwergholunders ist das verlässlichste Unterscheidungsmerkmal: Schwarzer Holunder lässt seine reifen Beeren hängen, Attich hält sie hoch. Prüfe zusätzlich, ob der Stamm verholzt ist.
Von August bis September, je nach Lage. Reif ist die Dolde erst, wenn alle Beeren tiefschwarz sind und der Stiel sich rot gefärbt hat und die Dolde nach unten hängt.
An derselben Dolde nicht: Aus jeder geernteten Blütendolde entstehen keine Beeren. An einem großen Strauch lässt sich beides nacheinander ernten, wenn du im Juni nur einen Teil der Blüten nimmst.
Sehr wahrscheinlich, weil sie roh oder nicht ausreichend erhitzt verwendet wurden. Das enthaltene Sambunigrin reizt den Magen-Darm-Trakt.
Dieser Text ist eine Orientierungshilfe zu Saison und Standort und keine Bestimmungshilfe. Er trifft keine Aussage darüber, ob eine konkrete Pflanze oder ein konkreter Pilz essbar ist. Viele Arten haben giftige Doppelgänger. Iss niemals etwas, das du nicht selbst zweifelsfrei bestimmt hast, und zieh im Zweifel ein Bestimmungsbuch oder eine sachkundige Person hinzu. Beachte Naturschutzrecht und Eigentumsrechte.